Mein Leben dauert zehn bis zwölf Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich
Leiden bedeuten. Bedenke es, ehe Du mich anschaffst.

Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.
Pflanze Vertrauen in mich, ich lebe davon. Zürne mir nie lange und sperre mich zur
Strafe niemals ein !

Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen, Deine Freunde, ich habe nur Dich !
Sprich manchmal mit mir, wenn ich auch Deine Worte nicht ganz verstehe,
sodoch die Stimme, die sich an mich wendet !

Wisse, wie immer an mir gehandelt wird, ich vegesse es nie.
Bedenke, ehe Du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen
Deiner Hand zu zerquetschen vermögen, dass ich aber keinen Gebrauch davon mache !

Ehe Du mich bei der Arbeit unwillig schiltst, bockig oder faul zu sein, bedenke,
vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt,
oder habe ein verbrauchtes Herz.

Kümmere Dich um mich, wenn ich alt werde, auch Du wirst einmal alt sein !
Gehe jeden schweren Gang mit mir. Sage nie : "Ich kann sowas nicht sehen, oder es soll
in meiner Abwesenheit geschehen." Alles ist leichter für mich... mit
D i r !

Wenn es soweit ist Abschied zu nehmen

Ich weiss noch genau die Stunde, als Du kamst in unsere Runde
Schautest alle einzeln an. "Diesen nehm´ ich", sagtest Du dann.


Hochgenommen auf den Arm, bei dir was es schön warm.
Der Geruch, der war mir neu, und ich dachte voller Scheu,
was kommt jetzt auf dich zu, und ich hatte keine Ruh.


Ab ins Auto, schon ging es los, wohin komm ich denn nun bloss ?
Bald war diese Fahrt vorbei, mir war alles einerlei.


Denn vor Angst konnt ich nur beben, auf den Teppich ging der Segen.
Ins Körbchen setztest Du mich nun, um mich dort mal auszuruhen.
Neugierig sah ich mich um, aber es war doch zu dumm.


Keiner war zum spielen da, und es wurde mir nun klar;
jetzt bist du doch ganz alleine, hört denn keiner, wenn ich weine ?


Dann kamst Du ins Zimmer rein, sprachst ganz ruhig auf mich ein.
Mein ganzer Kummer war verflogen, sie waren weg nun meine Sorgen.
Es war, als hätte ich geträumt, nun hatte ich einen grossen Freund!


Viele Jahre sind wir nun zusammen, sind durch Dick und Dünn gegangen.
Meine Beine wollen oft nicht mehr. Das Laufen fällt mir oft gar schwer.


Ich will es nun doch einmal wagen und es Dir ganz offen sagen:
Wenn mein Herz mal nicht mehr schlägt, grosser Kummer dich bewegt,
einen Trost in Deinem Leid: Sie war schön mit Dir, die Zeit.


Denke dann in stillen Stunden, wieviel Liebe uns verbunden.
Einer war für den Andern da, und es war doch wirklich klar:
Eine Liebe, rein wie das Licht - mein Herz, das schlug allein für DICH.