Gesundheit und Pflegetips

Wie beim Menschen, so wird auch beim Hund der Gesundheitszustand in hohem Masse durch die Umstände des Lebensführung bestimmt. Die meisten Krankheiten sind nicht genetisch bedingt, sondern sind sekundäre Erscheinungen: Folgen von fehlerhafter Fütterung, Aufnahme von Schadstoffen, überhöhter körperlicher Belastung usw. Die beste Gesundheitsvorsorge ist daher allemal eine art- und sachgerechte Haltung, Pflege, Ernährung und Bewegung. Neben der routinemässigen Kontrolle durch den Hundebesitzer tritt die gründliche Vorsorgeuntersuchung (einschliesslich Urin- und Blutanalyse) durch den Tierarzt mindestens einmal im Jahr, bei älteren Bernern besser zweimal. Schutzimpfungen Regelmässige Schutzimpfungen gegen die schweren Infektionskrankheiten beim Hund sind für den verantwortungsbewussten Hundebesitzer eine Selbstverständlichkeit. Jeder Berner Sennenhundwelpe, der aus einer anerkannten Zuchtstätte stammt, wird im Alter von acht Wochen, d.h. auf jeden Fall bevor er den Züchter verlässt, gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose (S, H, L, P) geimpft. Die Grundimmunisierung ist aber erst vollständig und wirksam, wenn sie nach vier Wochen (d.h. 12.Lebenswoche), im Falle von Parvovirose nach acht Wochen (d.h. 16.Lebenswoche) wiederholt wird. Diese Wiederholungsimpfungen fallen, ebenso wie die Erstimpfung gegen Tollwut (T) bereits in die Verantwortung des Käufers. Um den Impfschutz aufrechtzuerhalten sind regelmässige Wiederholungsimpfungen im Abstand von einem Jahr (L, P, T) bzw. von zwei Jahren (S, H) zwingend erforderlich. Bei Reisen ins Ausland oder beim Besuch von Ausstellungen wird in der Regel verlangt, dass die Tollwutimpfung mindestens vier Wochen zurückliegt.

Entwurmung

Nach den Zuchtstatuten der Klubs dürfen nur mehrfach entwurmte Welpen abgegeben werden. Die Wurmkuren sollten während des ersten Lebensjahres in Abständen von etwa drei Monaten wiederholt werden. Erwachsene Hunde unterzieht man einer Wurmkur (die ja den Organismus auch belastet) nur bei begründetem Verdacht (Ausnahme : trächtige Hündinnen). Vorsorglich lässt man jedoch regelmässig eine Kotprobe analysieren. Das gilt auch im Hinblick auf die verschiedenen Arten von Bandwürmern, von denen insbesondere auch der für den Menschen sehr gefährliche Fuchsbandwurm in letzter Zeit verstärkt ins Blickfeld geraten ist.


Hautparasiten

Hautparasiten (z.B. Flöhe, Läuse, Milben, Zecken) sind für den Hund nicht nur lästig durch die von ihnen verursachten Irritationen (Juckreiz); sie stellen ein ernstes Gesundheitsrisiko dar (Übertragung von Viren, Infektionsgefahr durch Kratzen, Entwicklung von Dermatosen). Der Befall mit Parasiten ist normalerweise keine Folge mangelnder Hygiene, sondern resultiert z.B. aus der Begegnung mit anderen Hunden oder anderen Tieren. Angesichts der Grösse des Berners und der Dichte und Länge des Haarkleides stellt die Entdeckung und Bekämpfung von Hautparasiten ein besonderes Problem dar. Sprays, Puder, Floh- und Zecken-Halsbänder wirken nur unzureichend. Bei massivem Parasitenbefall lässt sich ein Bad mit einem insektizidhaltigem Shampoo leider nicht vermeiden. Flöhe erkennt man an kleinen Erhebungen, Rötungen und Krusten auf der Haut, sowie am schwarzen, krümeligen Flohkot. Flöhe befallen nicht nur den Hund, sondern auch sein Lager; deshalb ist ein erheblicher desinfektorischer Aufwand erforderlich.

Zecken
sind ein ernsthaftes Problem, weil sie die für Hund und Menschen höchst gefährliche Zecken-Enzephalitis übertragen können, oder die Lyme-Borreliose mit ihrem so komplexen und schwerwiegenden Krankheitsbild (Herz, Nerven, Augen, Gelenke). Die Zecke soll auf keinen Fall abgerissen werden, weil dabei meistens ihr Kopf in der Haut stecken bleibt (Entzündungen). Noch gefährlicher ist es, den Zeckenkörper mit Öl, Klebstoff, Nagellack o.ä. zu beträufeln, in der Annahme, die Zecke würde aus Atemnot ihren mit Widerhaken besetzten Saugrüssel lösen. Als Reaktion auf dieses Vorgehen gelangen nämlich die Giftstoffe der Zecke vermehrt in den Körper des Hundes. Am besten dreht man die Schmarotzer mit einer speziellen Zeckenzange heraus.

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Bei der HD handelt es sich um eine Veränderung der Knochen des Hüftgelenks. Beim normalen Gelenk sitzt der kugelförmige Oberschenkelkopf passgenau in der Wölbung der Hüftgelenkspfanne. Sind die Gelenkflächen infolge einer Entwicklungsstörung verändert, dann passen sie nicht mehr exakt zueinander, das Gelenk wird instabil. Die Deformation führt zu einer in der Regel schmerzhaften Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des Gelenks. Fast immer kommt es im Laufe der Zeit zur Bildung einer Arthrose. Eine sichere Diagnose lässt sich nur anhand eines unter Narkose angefertigten Röntgenbildes erstellen, wobei der Hund mindestens ein Jahr alt sein soll. HD ist nicht heilbar. Je nach Schwere des Zustandes reicht die Therapie von medikamentösen bis zu operativen Verfahren (Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks). Im Extremfall muss auch die Euthanasie in Betracht gezogen werden.


Ellbogendysplasie (ED)

Der Begriff Ellbogendysplasie (ED) ist die Bezeichnung eines Komplexes von Erkrankungen (Osteochondrosen) des Ellbogengelenks. Es handelt sich dabei um eine Veränderung der Knochen- und Knorpelstruktur des Gelenks infolge von Wachstumsstörungen und daraus resultierender überhöhter Belastung einzelner Stellen. In vielen Fällen kommt es gar zur Ablösung von Knorpel-/Knochenteilchen, die dann frei in der Gelenkflüssigkeit schwimmen. Langfristig entsteht als Folge solcher Veränderungen fast immer eine Arthrose. Eine sichere Diagnose für ED ist nur mittels röntgenologischer Untersuchung möglich. Bestätigt sich der Verdacht, müssen die Knorpelabsplitterungen operativ entfernt werden um dem Hund ein möglichst schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

Kreuzbandanriss

Der Riss eines oder beider Kreuzbänder (Ligamenta cruciata) im Kniegelenk kommt bei Berner Sennenhunden relativ häufig vor. Häufiger als der Riss eines gesunden Kreuzbandes nach traumatischer Einwirkung ist der sogenannte sekundäre Kreuzbandriss: als Folge degenerativer, etwa arthrotischer, Veränderung des Kniegelenks kommt es zu einer allmählichen Schädigung des Kreuzbandes, das dann schon bei geringer Belastung ganz oder teilweise reissen kann. Ein gerissenes Band muss chirurgisch behandelt werden, wobei eine vollständige Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Kniegelenks allerdings nicht gewährleistet werden kann.

Magendrehung

Beim Berner kann es -wie bei anderen grossen Rassen mit tief ausgebildeter Brust- zur Magendrehung (Torso ventriculi) kommen. Rüden betrifft es häufiger als Hündinnen. Durch Drehung des Magens um die Längsachse kommt es zum Verschluss von Speiseröhre und Zwölffingerdarm. Deutliche Symptome sind: rasches Aufblähen des Bauches, Würgen ohne Erbrechen, Kreislaufschwäche bzw.-kollaps und Atemnot. Der akut lebensgefährliche Zustand verlangt in den allermeisten Fällen eine sofortige Operation. Über die Ursachen der Magendrehung besteht keine eindeutige Klarheit; möglicherweise ist eine Gewebeschwäche daran beteiligt. Oft ereignen sich Magendrehungen bei überhöhter Bewegungsaktivität (Springen, Wälzen, Spielen) nach Mahlzeiten oder grosser Wasseraufnahme. Anmerkung von Ben: Laßt mich nach den Mahlzeiten ersteinmal ein bis zwei Stunden ruhen!

Entropium / Ektropium

Beim Entropium -auch Rollauge genannt- ist der Rand des unteren Augenlids mehr oder weniger deutlich nach innen gerollt. Bei jeder Bewegung des Lids verursachen die Wimpern eine schmerzhafte Reizung. Es kommt zu verstärktem Tränenfluss und -schlimmer- zu chronischer Entzündung der Bindehaut und der Hornhaut, mit der Gefahr der Erblindung. In der Regel bringt nur die operative Korrektur des Lids eine Besserung. Beim Ektropium -auch offenes Auge oder Hängeauge genannt- ist der Rand des unteren Lids taschenartig nach aussen gestülpt. Durch den ungehinderten Zugang von Luft, Keimen und Staub kommt es in der Regel auch hier zu einer chronischen Bindehautentzündung. In schweren Fällen ist eine operative Korrektur angezeigt.

Nieren

Nierenerkrankungen sind zwar bei Hunden insgesamt recht weit verbreitet. Leider scheinen die Berner Sennenhunde jedoch besonders disponiert dafür zu sein. Besonders hohen Anteil bei den Erkrankungen der Niere hat die Glomerulonephritis, bei der es wegen Schädigung der Nierenkörperchen zum Verlust von Eiweiss und in der Folge zu chronischem Nierenversagen kommt. In vielen Fällen wird die Krankheit erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, kann dann nicht mehr erfolgreich therapiert werden und führt zum Tode.

Krebs

Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass immer mehr Berner in immer jüngerem Alter an Krebs sterben. Es werden Erkrankungen verschiedener innerer Organe (Niere, Leber, Lunge) sowie Knochenkrebs und Hautkrebs beobachtet. Die weitaus grösste Häufigkeit haben aber Krebserkrankungen des Lymphsystems (Lymphosarkom) und des Immunsystems (Histiozytose). Während alle übrigen Krebsarten auch bei den anderen Rassen gefunden werden, scheint die Histiozytose fast ausschliesslich bei Berner Sennenhunden vorzukommen.

 

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Tollwut

Die Tollwut ist nicht nur für die Haustiere, sondern auch für den Menschen sehr gefährlich. In Deutschland sind Füchse, die häufig Tollwutvirusträger sind, dafür verantwortlich, daß die Krankheit nicht ausstirbt.
Auch Fledermäuse können Träger des Tollwutvirus sein.
Die Ansteckung erfolgt häufig durch einen Fuchsbiß, wodurch der virusverseuchte Speichel des Fuchses in den Körper des gebissenen Tieres eindringt.
Das gebissene Tier wird dann selber zu einer Ansteckungsquelle.
Auch der Kontakt von virushältigem Speichel mit Kratzwunden, Schürfwunden oder anderen Verletzungen kann die Erkrankung auslösen.
Zu den Tollwut-gefährdeten Tierarten gehören neben den Füchsen Hunde, Katzen, Wildtiere (z.B. Rehe) und Weidetiere, wie Schweine, Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und andere.
Der Mensch ist vor allen Dingen durch seine Hunde und Katzen gefährdet. Bestimmte Berufsgruppen, wie z.B. Landwirte oder Schäfer, können sich an ihren Weidetieren anstecken.
An Tollwut erkrankte Hunde fallen meist durch ihr ungewohnt heiseres Bellen auf, das mit vermehrtem Speichelfluß verbunden sein kann. Tollwutkranke Hunde sind häufig zunehmend unruhig und ungewohnt aggressiv, können aber auch bei der sog. "stillen Wut" teilnahmslos sein. Bei beiden Tollwutformen treten oft vermehrtes Speicheln und wegen der zunehmenden Unterkieferlähmung auch Schwierigkeiten bei der Nahrungs- und Wasseraufnahme auf. Häufig sind die Hunde auch ungewohnt wasserscheu. Im weiteren Krankheitsverlauf dehnen sich die Lähmungserscheinungen auf den gesamten Körper aus.
Tollwut ist sehr gefährlich und gehört darum zu den anzeigepflichtigen Seuchen.
Anzeigepflichtige Seuchen müssen vom Tierarzt sofort dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.
Das Veterinäramt schreibt vor,
-daß jeder Behandlungsversuch an Tollwut-verdächtigen oder Tollwut-kranken Tieren verboten ist.
-daß Tollwut-verdächtige oder Tollwut-kranke Tiere getötet werden müssen. Das gilt auch für solche Tiere, die nur mit Tollwut-verdächtigen oder Tollwut-kranken Tieren in Berührung gekommen sind.
-daß nachweislich schutzgeimpfte Tiere nicht getötet werden müssen. Sie werden in der Regel nur nachgeimpft und müssen eine Zeit lang in Quarantäne gehalten werden.
-daß die Schutzimpfung nur gültig ist, wenn die Tiere mindestens vier Wochen und höchstens ein Jahr vor dem Kontakt mit einem Tollwut-verdächtigen oder Tollwut-kranken Tier geimpft wurden.
Diese Impfdaten stehen im Internationalen Impfpaß, den Sie von Ihrem Tierarzt erhalten.
Das Leben Deines Hundes kann also nur durch eine regelmäßige Tollwutschutzimpfung geschützt werden.
Beim Menschen ist eine Schutzbehandlung gegen Tollwut erlaubt. Sie ist angezeigt, wenn Du selbst mit einem Tollwut-verdächtigen oder Tollwut-kranken Tier in Kontakt gekommen bist oder sogar durch dieses Tier verletzt wurdest. Gleiches gilt auch, wenn nur Dein Hund einen solchen Kontakt hatte. Der Ansprechpartner für Dich ist der Hausarzt oder das Gesundheitsamt, denen Du den Vorfall genau schildern solltest. Menschen können gegen Tollwut vorbeugend schutzgeimpft werden.
Tollwut ist sehr gefährlich!
Ein Tollwut-gefährdeter Bezirk wird durch das Schild "Wildtollwut gefährdeter Bezirk" gekennzeichnet.
Leine Deinen Hund in diesem Gebiet an.
Suche sofort den Tierarzt auf, wenn Dein Hund mit einem Fuchs oder einem anderen sich abnorm verhaltenden Wild- oder Weidetier in Kontakt gekommen ist!
Tollwut-kranke Hunde fallen meist durch ihr heiseres Bellen auf, daß mit vermehrtem Speichelfluß verbunden sein kann. Sie sind häufig vor nicht zu langer Zeit ihrem Besitzer entlaufen.
Suche selber den Hausarzt oder das Gesundheitsamt auf, wenn Du direkt oder nur indirekt durch Deinen Hund mit einem seuchenverdächtigen oder Tollwut-kranken Tier in Kontakt gekommen bist oder sogar durch das Tier verletzt wurdest.
Laß Deinen Hund regelmäßig gegen Tollwut impfen, denn die Impfung schützt das Leben Deines Hunde und auch Dein eigenes.

 

Quelle: Broschüre: Wie schütze ich meinen Hund 1/98 virbac Tierarzneimittel GmbH