beide-15.11.08-4

Kennst Du den Hund ? Die Schnauze spitz und schmal, sein Leib `ne Wurst, gewandt wie ein Aal.
Die Beine schief, das Schwänzchen säbelkrumm, doch seid gewarnt und kauft ihn nicht für dumm,
und läugnet `s nicht:
Der Dackel ist an sich schon ein Gedicht !

Sein Augenpaar , wie ausdrucksvoll und schön ! Wie ein Romanheld kann er es verdreh`n :
Und setzt er sich in Kreuzgalopp geschwind, flattert sein Ohrenpaar ihm in den Wind ,
gesteht `s nur ein;
des Dackel `s Grazie ist ungemein !

Und sein Geschmack steht auf der Höh ´ der Zeit, Pasteten, Braten, Wurst, er ist bereit .
Wenn `s ihm versagt wird, stiehlet er sich `s gewandt, er schreckt kein Stock und keines Rächers Hand
Oh nein, oh nein...
So furchtbar frech kann nur ein Dackel sein !

Des Dackels Geist ist unabhängig, frei, denn was Apell heisst, bringst Du ihm nie bei.
Und schaut `s für ihn auch manchmal böse aus, er redet sich auch ohne Worte raus.
D `rum schweige still;
Dein Dackel tut ja doch nur was er will !

Stets findet er den weichsten Sofaplatz, drehst Du den Rücken, liegt er d `rauf, der Schatz.
Und denkst Du: wart `, Lump, ich erwisch dich noch ! Geh `ruhig schlafen, er betrügt Dich doch !
Mag `s noch so sein, er wird stets die gekränkte Unschuld sein !

Schneid hat der Kerl, wahr muss bleiben wahr. Naht sich ein Hund, gleich sträubt sich ihm das Haar,
er meidet niemals eine Beisserei, wo `s eine gibt, Dein Dackel ist dabei !
So als ein Held zieht gegen Dachs und Fuchs er auch ins Feld.

D `rum hab ` ich mir den Pegasus gezäumt und zwinge ihn, soviel er sich auch bäumt,
und singe laut des Dackels Lob und Preis ;
er lebe hoch ! Sein `sei ein Lorberreis.
Denn für solch ` ein Vieh entstand die Wissenschaft 

Dackologie